WM-Glanz im Westen
Por Oliviero
Algerien,Dedic,Sestak,Anther Yahia,VfL Bochum
Tief im Westen wo die Sonne verstaubt. Groenemeyer's Hymne erklingt vor jedem Heimspiel des VfL Bochum und es gehört zum Selbstverständnis des Clubs dazu nicht dem Glamour des Weltfußballs zu erliegen. In den grauen Novembertagen machen sich beim Ruhrclub, stolzer 17. der Bundesliga und mal wieder tabellen- und leistungsmäßig weit weg vom Nichtabstiegsplatz, ein paar Wölkchen am Fußballhimmel auf, welche die prachtvolle Sonne durchscheinen lassen. Mühen sich die Akteure in der Bundesliga schwerffällig ab, so sind den Spielern Yahia und Dedic auf internationalem Parkett stilsicher und als Protagonisten aus der WM-Qualifikation hervorgegangen. Kampferprobt durch den rauhen Bundesligaalltag und im Ungang mit Entscheidungsspielen um Sein oder Nichtsein erfahren, trumpften Sie am Mittwoch groß auf. Antar Yahia mutierte dabei innerhalb von kurzer Zeit vom VfL-Verteidiger zum stürmenden Nationalhelden. Sein furioser Volley-Lattenunterkanten-Hinter-die-Linie-Schuss im Entscheidungsspiel von Khartum gegen Ägypten erwies sich als Türöffner Algeriens für die WM in Südafrika. Gleichzeitig erzielte der Bochumer Stürmer, Dedic, das siegbringende Tor für Slowenien in Maribor gegen die klar favorisierten Russen. Bochumer Paukenschläge aus Stahl - ein Novum im Weltfußball. Die Schwarze Pechmarie plötzlich im Goldregen? Verstoß gegen die Prinzipien des Blau-Weißen Arbeiterclubs oder doch ein unbezahlbarer Input für die Zukunft? Auch wenn alles immer Grau in Grau erschien, so hat sich der Verein auch schon in Vergangenheit durch sein Gespür auf dem Transfermarkt ausgezeichnet. Misimovic, Gekas, Kuntz oder auch Christiansen haben Ihre Anfänge im Ruhrstadion gemacht. Manch einer hat sich danach versucht gesehn Höhenluft zu schnuppern und ist bei ambitionierteren Vereinen gescheitert. So erwies sich ein Exploit in Bochumer Reihen des öfteren als einmalig. Mögen die Scouts finanzkräftiger Clubs die Vorahnung haben den potentiellen Stars der Stunde nicht mehr zuzutrauen als Ihnen am Mittwoch vergönnt war. Sei es nur um den Mhythos der "Unabsteigbaren" wieder ins Leben zu rufen.